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Bauhaus - 100 Jahre moderne Designgeschichte

Geschrieben von Ann | 25. September 2019

Die neue Ära der Designgeschichte im 20. Jahrhundert beginnt mit einem Paukenschlag. Mit der Gründung des Staatlichen Bauhauses 1919 in Weimar durch Walter Gropius entsteht eine neue Moderne. Es etabliert sich als eine der einflussreichsten Kunst- und Designschulen des letzten Jahrhunderts.

100 Jahre Bauhaus und immer noch brandaktuell. Mit Formen und Farben wird gespielt. Das Dreieck, der Kreis und das Quadrat gelten als kennzeichnende Formen neben den Grundfarben gelb, blau und rot. Die Zusammenarbeit mit der Industrie ist dabei ein zentraler Gedanke. Die Form folgt der Funktion. Alltagsgegenstände sollen einfach und praktisch gestaltet und in Serie produziert werden. Volksbedarf statt Luxusbedarf. In dieser Weise auch günstiger und funktionaler Wohnraum entworfen werden. 

 

Moderne Gestaltungsideen 

 

 

Neben der Zusammenführung von Architektur, Handwerk und Kunst, gilt Bauhaus auch als ein Hort für moderne Gestaltungsideen, ästhetische Ideale, politische Ideen und philosophische Denkansätze. Der Architekt Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius und die Maler Paul Klee und Wassily Kandinsky gelten als ihre bekanntesten Vertreter im 20. Jahrhundert. Das Bauhaus greift Konzepte mittelalterlicher Bauhütten auf, in denen Kunst und Handwerk gleichen Stellenwert haben und auch die Weberei von großer Bedeutung ist. So sollen auch gesellschaftliche Unterschiede überwunden und die ganzheitliche Kenntnis von Werkstoff und Ästhetik geschult werden.

 

Widerstände und Welterfolg

 

 

Die Bauhaus Bewegung stößt durch ihre vermittelte Lebenseinstellung auch auf Widerstände. Insbesondere Konservative und Rechte haben Probleme mit der Kulturauffassung des Bauhaus. Nachdem sie die Mehrheit im Landtag erhalten, werden 1924 bis zu 50% der Zuschüsse gekürzt. Schließlich folgt die Schließung des Bauhauses als die NSDAP stärkste Kraft wird. Während des Naziregimes versuchen einige Bauhäusler weiterzuarbeiten, werden jedoch von den Nazis verfolgt und ermordet. Viele suchen Zuflucht im Ausland und wandern aus. So auch Gunta Stölzl. Die ehemalige Bauhaus Studentin leitet erfolgreich die Weberei bis sie schließlich in die Schweiz flüchtet. So verteilt sich der Bauhausgedanke schließlich in der ganzen Welt und beeinflusst weltweit Architektur, Kunst, Fotografie und Interieur.

 

Bauhaus in der Innenarchitektur

 

 

Mit der Bauhausbewegung folgt eine nachhaltige Veränderung des Designs und der Produktion moderner Möbel. Stahlrahmen werden bei Stühlen, Tischen, Sofas oder Leuchten sichtbar. Maschinell und in der Masse produzierte Stahlrohre werden für simpel geformte Möbel genutzt, die wenig Handarbeit oder Polsterung benötigen. Ihre hohe Qualität prägt den modernen Look der Bauhausära bis in die Gegenwart. Einige zeitlose Klassiker werden bis heute produziert, unter ihnen die berühmten Stahlrohrmöbel. Design Bestseller seit der Geburtsstunde des Bauhauses sind der Freischwinger von Marcel Breuer sowie Satztische von Thonet. Ihr Kennzeichen: schlicht, funktional und geschmackvoll – getreu der Bauhaus-Grundintention.

 

Einrichten im Bauhaus-Stil 

 

 

Formschön, praktisch und vollkommen schnörkellos. Getreu dem Motto „die Form folgt der Funktion". Die Funktionalität ist die Grundidee von Bauhaus. Dies spiegelt sich in gradliniger Schlichtheit und Einfachheit wieder. Elementare Bestandteile sind gut durchdacht, zweckmäßig und reduziert. Dies wird auch in der Innenarchitektur von Räumen sichtbar: schlicht, aufgeräumt und minimalistisch. Natürlich ist der Bauhausstil auch in Teppichdesigns zu sehen. Ästhetische Qualität der Materialien und Produktion kombiniert mit den klassischen Farben und zurückgenommenen Mustern. Vollendet, sachlich, klar – seit 100 Jahren auf der Höhe der Zeit!